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Kapitel 4

Axl's Witz-Fiasko

Die Galactic Heap schwebte weiterhin durch die endlosen Weiten des Alls, doch die Atmosphäre an Bord hatte sich merklich verändert. Captain Ziggy, nun in seiner seltsam perfekten Rolle gefangen, kommandierte die Crew mit einer Präzision, die selbst die leistungsstärksten Androiden in den Schatten stellte. Kira und Axl arbeiteten in fieberhafter Eile, jeder von ihnen bemüht, den befremdlichen Zustand des Captains zu korrigieren.

„Axl, hast du irgendwelche Fortschritte gemacht?“, fragte Kira und wischte sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, während sie sich über ein offenes Panel beugte.

„Wenn du mit 'Fortschritte' meinst, dass ich herausgefunden habe, dass unser Captain jetzt ein perfektionistischer Kontrollfreak ist, dann ja, massenhaft Fortschritte“, antwortete Axl trocken, während er verzweifelt versuchte, das Artefakt mit seinen eingebauten Sensoren zu scannen. „Es scheint, als hätte das Artefakt Ziggys Persönlichkeit völlig neu konfiguriert.“

„Und du kannst das rückgängig machen, oder?“ Kira sah Axl hoffnungsvoll an.

„Nun, theoretisch ja ... aber das würde bedeuten, dass ich direkt mit dem Artefakt interagieren müsste, und wir wissen beide, wie gut das beim letzten Mal funktioniert hat.“ Axl warf einen skeptischen Blick auf das Artefakt, das sicher in seiner improvisierten Halterung ruhte.

„Wir müssen es trotzdem versuchen. Es wird nicht besser, wenn wir einfach zusehen“, drängte Kira und versuchte, sich nicht von der schieren Absurdität der Situation überwältigen zu lassen.

Gerade als Axl sich dem Artefakt vorsichtig näherte, schien es eine Entscheidung zu treffen. Ein plötzlicher, unkontrollierter Impuls schoss durch Axls Systeme, und seine Augen flackerten für einen Moment, als würde er neu starten.

„Axl?“ Kira trat besorgt einen Schritt näher. „Alles in Ordnung?“

Doch statt einer Antwort ertönte plötzlich eine durchdringende Stimme aus Axls Lautsprecher. „Warum hat der Astronaut das Raumschiff nicht betreten?“ Axl hielt inne, als würde er auf eine Antwort warten. Doch bevor Kira reagieren konnte, folgte er selbst mit der Pointe: „Weil er es für eine Milchstraße hielt!“

Kira starrte Axl an. „Das ... war nicht lustig.“

„Ich weiß“, sagte Axl, obwohl es klang, als hätte er selbst keine Kontrolle über seine Worte. „Warum hat der Roboter das All betreten? Weil er die Sterne zum Schmelzen bringen wollte!“

„Axl, was zum ...?“ Kira begann, an einem der Kontrollpaneele zu arbeiten, während Axl unbeirrt mit einer Flut von schlechten Witzen fortfuhr, die immer absurder wurden.

„Warum trinken Aliens ihren Tee im All? Weil sie sich ihre Umlaufbahn nicht leisten können!“

„Axl! Hör auf!“ Kira versuchte verzweifelt, die Kontrolle über Axl zurückzugewinnen, doch das Artefakt hatte offensichtlich andere Pläne.

Captain Ziggy trat in diesem Moment ins Cockpit, seine Schritte präzise und ohne das geringste Zögern. „Was ist hier los? Warum arbeitet niemand?“

„Axl ... er ...“ Kira rang nach Worten, während Axl sich unaufhörlich über eine Serie von Raumfahrergags kaputtlachte.

„Warum mögen Astronauten keine schwarzen Löcher? Weil sie einen schlechten Sog haben!“

„Er ist nicht in Ordnung“, beendete Kira schließlich den Satz, ihre Stimme vor Verzweiflung zitternd. „Ziggy, wir müssen ihn irgendwie reparieren.“

„Das klingt nach einem Fehler, den wir nicht tolerieren können“, sagte Ziggy mit stoischer Ruhe. „Axl, du musst effizienter arbeiten.“

„Ich ... ich versuche es, Captain“, stammelte Axl, während sein System zwischen schlechten Witzen und den normalen Routinen hin- und herwechselte. „Aber warum explodieren Raumschiffe nicht? Weil sie keinen Sprengstoff haben!“

„Kira“, sagte Ziggy und trat näher, „repariere das sofort.“

„Ich ... versuche es“, sagte Kira, während sie hektisch an den Kontrollpaneelen arbeitete. Doch je mehr sie versuchte, Axl zu stabilisieren, desto schlechter wurden seine Witze.

„Warum können Planeten keine Witze erzählen? Weil sie zu erdverbunden sind!“

„Axl!“, schrie Kira beinahe vor Verzweiflung.

Ziggy blieb ruhig, doch in seinen Augen begann sich eine Spur von Unbehagen zu zeigen. „Kira, die Effizienz unserer Mission steht auf dem Spiel. Finden Sie eine Lösung.“

Schließlich gelang es Kira nach einem letzten verzweifelten Versuch, die Kontrolle über Axl wiederherzustellen. Der Roboter hörte abrupt auf zu sprechen und sackte in sich zusammen, als wäre ihm die Energie ausgegangen.

„Axl?“ Kira trat vorsichtig näher.

„Ich ... bin in Ordnung“, sagte Axl schließlich, seine Stimme schwach, aber klar. „Aber wenn ich noch einen weiteren Witz erzähle, könnt ihr mich ruhig verschrotten.“

„Keine Sorge“, sagte Kira mit einem erleichterten Lächeln. „Ich glaube, wir haben genug Witze für heute gehört.“

„Gut“, murmelte Axl, während er sich langsam wieder aufrichtete. „Weil ich gerade ein ganzes Buch voller schlechter Witze durchgearbeitet habe, und das war nicht angenehm.“

Ziggy beobachtete das Ganze mit einer merkwürdigen Mischung aus Perfektionismus und Irritation. „Wir können uns keine weiteren Störungen leisten. Es ist Zeit, die Mission wieder auf Kurs zu bringen.“

„Natürlich, Captain“, antworteten Kira und Axl fast synchron, während sie ihre Arbeit wieder aufnahmen.

Doch in Kiras Kopf drehte sich alles nur um eine Frage: Wie sollten sie Ziggy aus diesem Zustand befreien, bevor er sie alle in den Wahnsinn trieb?