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Kapitel 12

Der letzte Countdown

Die Galactic Heap lag rauchend und knirschend auf dem Waldboden, als die Crew langsam aus dem Wrack kletterte. Der Dschungel um sie herum war still, die riesigen Kreaturen hatten sich zurückgezogen, und der einzige Klang war das leise Zischen von Dampf aus den Überresten ihres Schiffs.

„Das war...“ begann Ziggy, als er sich umsah, „...die schlimmste Achterbahnfahrt meines Lebens.“

„Wenigstens sind wir noch ganz“, sagte Axl, während er sich den Staub aus den Haaren klopfte. „Und das Schiff... naja, es hat schlimmere Tage gesehen.“

„Schlimmere Tage?“ Kira musterte die rauchenden Überreste. „Wir haben den Boden geküsst und uns dabei fast in einen Komposthaufen verwandelt. Schlimmer geht’s nicht.“

„Also, was jetzt?“ Ziggy sah sich hilflos um. „Unsere einzige Hoffnung war diese Energiezelle, und sie hat uns geradewegs in den Dreck geführt.“

Kira zögerte. „Vielleicht können wir noch etwas aus dem Wrack hier rausholen. Ich meine, irgendwas muss doch noch funktionieren, oder?“

„Wie wär’s mit einer Kaffeemaschine?“ schlug Axl trocken vor. „Zumindest könnten wir unseren letzten Schluck in Würde trinken.“

„Oder vielleicht ein Holo-Deck?“ fügte Ziggy hinzu. „Wenigstens könnten wir uns einbilden, wir wären irgendwo am Strand.“

Die drei stapften zurück zur Galactic Heap, entschlossen, nicht aufzugeben – zumindest nicht, bevor sie alles ausprobiert hatten. Sie durchwühlten die Überreste, suchten nach etwas, das noch funktionierte, und setzten dabei immer wieder die fantasievollsten Hoffnungen in die schäbigsten Teile.

„Hier, wie wäre es damit?“ Kira zog eine uralte Funkantenne hervor, die sie in der Hand hielt, als wäre sie ein heiliges Relikt. „Vielleicht kriegen wir damit ein Signal raus.“

„Kira, das Ding sieht aus, als hätte es seinen letzten Funkspruch vor 100 Jahren gemacht“, sagte Axl und sah sie skeptisch an.

„Na und? Ein bisschen Elektroschock und das Ding läuft wie neu!“ Kira grinste. „Oder es explodiert, was auch irgendwie spektakulär wäre.“

„Mir egal, ich mach’s“, sagte Ziggy und nahm die Antenne entgegen. „Ich habe sowieso nichts mehr zu verlieren. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch, diesen Pannendienst zu erreichen, von dem wir immer reden.“

Mit ein paar improvisierten Kabeln, einem guten Stück Glück und einem Stoßgebet an das Universum schafften sie es tatsächlich, die alte Antenne zum Leben zu erwecken. Sie sendeten ein schwaches Signal, das durch die Atmosphäre des Planeten schwirrte.

„Na also“, sagte Kira triumphierend. „Jetzt müssen wir nur noch warten und hoffen, dass jemand zuhört.“

„Und was machen wir, während wir warten?“ fragte Axl. „Tee kochen? Oder ein Liedchen singen?“

„Wie wär’s mit einem Spiel?“ schlug Ziggy vor. „Zum Beispiel ‚Wer wird zuerst von einem Rieseninsekt gefressen?‘ Ich setze auf mich!“

„Entschuldige, Ziggy, aber ich setze auf das Schiff“, lachte Axl. „Es wird zuerst von uns allen zerfallen.“

Die Minuten vergingen, und die Crew machte das Beste aus ihrer misslichen Lage. Sie erzählten sich Geschichten, lachten über ihre schrecklichen Flugmanöver und machten Witze über die absurdesten Situationen, in die sie geraten waren.

Gerade als sie dachten, dass ihre Chancen so dünn wie das Signal waren, das sie ausgesendet hatten, ertönte ein leises Piepen aus der improvisierten Funkstation.

„Das... das kann doch nicht wahr sein“, stammelte Ziggy. „Wir haben ein Signal zurückbekommen!“

„Was? Wer zur Hölle antwortet uns?“ fragte Kira ungläubig.

„Keine Ahnung, aber wenn es ein Hologramm von einem Gott ist, der uns sagt, dass wir gerettet sind, dann werde ich religiös!“ rief Axl, als er auf das blinkende Licht starrte.

„Oder es ist der Pizzalieferant, der uns die Rechnung für die letzte Bestellung bringt“, fügte Ziggy hinzu.

„Egal wer es ist“, sagte Kira, „wir nehmen das Angebot an – und wir hoffen, dass es besser ist als das, was wir hier haben!“

Als die Crew ihre Koordinaten übermittelte, breitete sich eine seltsame Ruhe über den Dschungel aus. Es war, als ob die ganze Welt für einen Moment den Atem anhielt, gespannt darauf, was als Nächstes geschehen würde.

Doch anstatt einer galaktischen Rettungsflotte oder einem Pannendienst meldete sich eine sanfte, freundliche Stimme aus dem Funkgerät: „Hallo, hier spricht Robo-Ralf von der Weltraumtourismus-Agentur! Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den fünfmillionsten Notruf getätigt und damit einen Gutschein für eine Kreuzfahrt durch die Milchstraße gewonnen!“

Ziggy starrte das Funkgerät an, als ob es ihn gerade beleidigt hätte. „Das ist nicht dein Ernst...“

„Eine Kreuzfahrt?“ Kira konnte nicht anders, als zu lachen. „Wir sitzen hier fest und die bieten uns eine Kreuzfahrt an?“

Axl schüttelte den Kopf, konnte aber ein Grinsen nicht unterdrücken. „Naja, wenigstens geht es bergauf. Wir haben die Chance, das Universum im Liegestuhl zu erkunden.“

„Wisst ihr was?“ sagte Ziggy, der nun auch lachen musste. „Ich nehme das Angebot an. Wenn wir hier rauskommen, werde ich der Erste sein, der einen Cocktail in der Schwerelosigkeit trinkt.“

Die Galactic Heap mochte am Ende ihrer Kräfte sein, aber ihre Crew war noch lange nicht bereit aufzugeben. Sie hatten überlebt, gelacht, und irgendwie schafften sie es, selbst in den absurdesten Momenten den Humor zu behalten.

Und so warteten sie – mit einem Lächeln im Gesicht und einer letzten, absurden Hoffnung in ihren Herzen.